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Grundstein, Gründer und Geschichte

Eigentlich war es ein bisschen spät für eine Grundsteinlegung. Die ersten Geschosse des Werk 1.4 stehen ja inzwischen. Doch noch vor wenigen Monaten hätte die pandemische Lage keine angemessene Feier ermöglicht. Und so wurde eben am 7. Oktober 2021 der „Grundstein“ zum Einbau vorbereitet. Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen…

©URKERN2021 / Ivana Bilz

Hild und K Büropartner Dionys Ottl hatte für die Zeitkapsel ein Papiermodell des im Auftrag der OTEC GmbH und Co. KG geplanten Neubaus beigesteuert. Mit ihm entsteht ein multifunktionales Gebäude mit Geschäften und Gastronomie im Erdgeschoss, Büros sowie Boarding in den Obergeschossen und Übungsräumen im Untergeschoss.

Errichtet wird dieses auf dem ehemaligen Werksgelände der Firma Pfanni. Die darauf noch befindlichen Industriegebäude werden zum Großteil revitalisiert, so steht das neue Quartier in einer lebendigen Spannung zwischen alt und neu. Das „Werk 1.4“ selbst erweitert das bereits durch Hild und K umgebaute Gründerzentrum „Werk 1“ und führt dessen Nutzungskonzept fort. Anlässlich der Grundsteinlegung erinnerte Bauherrenrepräsentantin Caroline Eckart daran, dass das „Werk 1“ das erste Gebäude gewesen sei, das ihr Großvater nach dem 2. Weltkrieg auf dem Areal errichtet habe. Die Keimzelle der Knödelproduktion sozusagen.

© OTEC GmbH

Die Pfanni Werke waren als ein Ort der Arbeit konsequent modern in der Architektursprache der fünfziger und frühen sechziger Jahre gestaltet. Es dominierten die seinerzeit für Fabriken und Werkstätten typischen Materialien. Diesen Charakter wollen Hild und K mit dem jetzigen Projekt weitertragen. Materialgebung und Farbwahl der Oberflächen beziehen sich auf die in historischen Fotos und vor Ort markanten Hell-Dunkel-Kontraste.

© OTEC GmbH

So werden Bereiche der Fassade in hellgelb glänzenden Keramikoberflächen ausgeführt, die mit mattbraunen Ziegeln kontrastieren. Die Glasfassaden der Obergeschosse entsprechen in ihrer Detaillierung den filigranen Glasfassaden der Fünfziger. An den industriellen Charakter der Vorgängerbauten knüpfen bereichsweise Ausfachungen mit Strukturgläsern und roh belassene Oberflächen an. Der Begriff Bricolage trifft die Entwurfshaltung, welche diese Collagen in ortstypischer Materialität und Farbgebung hervorgebracht hat, sehr gut.

© OTEC GmbH

Im Inneren des Gebäudes setzen sich die Reminiszenzen an die Vergangenheit des Geländes fort. Auf einem kleinen Teil des Baufeldes stand früher die Schlosserei aus der Pfanni-Produktionszeit. Das Gebäude musste zwar komplett abgerissen werden, planerisch jedoch ist es als doppelgeschossiges Volumen in den Neubau des „Werk 1.4“ integriert und wird dort die Funktion der Lobby übernehmen. Nach der Fertigstellung des Gebäudes im Jahr 2023 wird dort dann hoffentlich ähnlich reges Treiben herrschen wie im obigen Bild dargestellt…