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Weinstrasse 6 ausgezeichnet

Gemeinsam mit dem Architekturbüro Thomas Hetfleisch & Joachim Leppert und dem Bauherrn, der Nymphenburg Immobilien AG, freuen wir uns über den Preis für Stadtbildpflege 2020 für unser „Geschäfts- und Bürohaus Weinstrasse 6“.

Den Wettbewerb „Bauen und Sanieren in historischer Umgebung“ schreibt die Stadt München alle vier Jahre aus, jetzt hat sie die aktuellen Siegerprojekte bekannt gegeben. Dazu sagt Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Wenn das Nebeneinander von zeitgenössischer Architektur und ihrem historischen Umfeld gut gelingt, dann ist die Kombination von Neu und Alt ein echter Gewinn für das Stadtbild.“ Dies gilt natürlich überall, in besonderem Maß aber vielleicht innerhalb der Münchner Altstadt, in deren Herzen der preisgekrönte Neubau liegt. Der überaus gelungenen „Kombination von Neu und Alt“ im Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg verdankt diese schließlich ihren Status als Ensembledenkmal.

Das Vokabular des Münchner Wiederaufbaus greift auch der preisgekrönte Neubau auf. Vom Vorgängerhaus aus den 1950er Jahren übernimmt er nicht nur die Kubatur und den Arkadengang entlang der Sporerstraße. Mit Jura und Muschelkalk greift die Fasadengestaltung auch dessen Materialgebung auf. Die beiden farblich kontrastierenden Gesteinsarten gliedern die Ansicht der Hauptfassade.

Neu ist deren Staffelung in die Tiefe hinein. Die schräg verlaufende Grundstückgrenze an der Weinstraße wurde zum Anlass genommen, den umbauten Raum mit jeder Fensterachse ein Stück vorspringen zu lassen. Das Thema der Skalierung spielen die Architekten nun ästhetisch weiter. So sind die Fenster der Obergeschosse auch auf der vertikalen Ebene zueinander versetzt, die Fassadenvorsprünge werden nach rechts hin schmaler, ebenso wie die damit korrespondierenden dunklen Faschen links der Fenster.

Feine Abstufungen im Naturstein sorgen für weitere Bewegtheit. Indem sie die Steinplatten auffächern, verdeutlichen sie entgegen jedem Eindruck von Massivität, wie dünn eine solche moderne Verkleidung tatsächlich ist. Aber auch als eine Art senkrechtes Gesims oder sogar als moderne Kannelierung lässt sich das Relief lesen.

Kennerinnen und Kennern des Hild und Kschen Werks dürfte nicht entgangen sein, dass sich die Nachbarbebauung des Gebäudes gegenüber der Entstehungszeit der hier verwendeten Projektfotos verändert hat, siehe oben. Aber das ist ein anderes Thema…