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Nach dem Richtfest ist vor der Fassade

In nur einem Jahr Bauzeit konnte der Rohbau der neuen München Klinik Harlaching fertiggestellt werden. Bereits Anfang Juni schwebte die Richtkrone über der großzügigen Außenterrasse im vierten Obergeschoss. Auf dem Flachdach des Stahlbetonbaus fehlt naturgemäß der Balken, in den der Bauherr traditionell den letzten Nagel einschlägt. An dem ersatzmäßig bereitgestellten Stück Holz durften sich dann gleich mehrere Personen versuchen. Neben Vertreterinnen und Vertretern der Klinikleitung schwangen auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter und Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek den Hammer. Vielleicht gar nicht so schlecht, dass die so gesetzten Nägel keinerlei konstruktive Funktion zu erfüllen haben…

Nach den nunmehr auch symbolisch beendeten Rohbauarbeiten beginnt in Kürze der eigentliche Entwurf von Hild und K Form anzunehmen. Das Büro nämlich ist mit der Gestaltung aller relevanten Fassadenteile des Neubaus beauftragt, der als öffentlich-städtisches Gebäude eine starke Präsenz erhalten soll. Das gestalterische Konzept bewirkt dies in Anlehnung an den benachbarten, denkmalgeschützten Klinikaltbau durch eine rhythmisierende vertikale Gliederung und die proportionierte Ausbildung von Sockel, Mittelbau und Attika. Die funktionalen Anforderungen an ein medizinisches Gebäude bringen bestimmte architektonische Besonderheiten mit sich. So besteht der hochkomplexe Baukörper aus unterschiedlich hohen Teilen. Diese horizontale Organisation lässt das ohnehin riesige Volumen noch gewaltiger erscheinen. Die Fassade setzt dem mit ihrer vertikalen Bänderung gestalterische Feinheit und Detailliertheit entgegen. Sie gliedert sich durch Vor- und Rücksprünge, deren Schnittkanten mit Klinkerriemchen belegt sind. Die so gebildete Silhouette harmonisiert gleichzeitig durch das Raumprogramm verursachte Unregelmäßigkeiten, wie nicht übereinanderliegende Fenster. Ein besonders hoher Gebäudeteil wird zu einem Turm mit Uhr umdefiniert.

Im Sockelbereich sind in abwechselnden Abschnitten dunkel- und hellgrüne, glasierte Klinkerriemchen vorgesehen, welche einen changierenden Farbteppich erzeugen. Ein 1:1-Fassadenmuster, das am Rande des Baugeländes aufgebaut wurde, vermittelt einen ersten Eindruck.

Unser Foto lässt erahnen, warum das Krankenhaus Harlaching sich selbst als „die Klinik im Park“ bezeichnen darf.  Es liegt in unmittelbarer Nähe zum Perlacher Forst, der Isar und dem Tierpark Hellabrunn in sehr ruhiger Stadtrandlage. Auch diesem, der Genesung der Patientinnen und Patienten bestimmt zuträglichen Umstand trägt die Neubaufassade in ihrer Farbgebung Rechnung.