Wohnen am Silbermannpark

Projekttyp: Wohnungsbau
Projektstatus: Gebaut
Fertigstellung: 2014
Standort: Augsburg
Bauherr: Studentenwohnheim Silbermannpark GmbH und Co. KG
Architektur: Hild und K Architekten
Andreas Hild, Dionys Ottl, Matthias Haber
Projektleitung: Markus Schubert
Mitarbeit: Viola Gossner
Rafal Ramatowski
Henrik Thomä
Fotografie: Michael Heinrich

Die Anlage südlich der Augsburger Altstadt wurde von Hild und K Architekten im Aufrag der Studentenwohnheim Silbermannpark GmbH & Co. KG geplant. Sie bietet ein Zuhause für mehr als 200 Studierende und liegt in direkter Nachbarschaft zum Campus der Augsburger Hochschule für angewandte Wissenschaften. Das Studentenwohnheim ist integrativer Bestandteil des neu errichteten Wohngebietes Am Silbermannpark. Für das Gesamtprojekt sah eine bereits im Vorfeld erteilte Baugenehmigung einen fünfgeschossigen Lärmschutzriegel entlang der nördlich verlaufenden Bahntrasse und zehn Punkthäuser im Übergang zum Park vor. Eine viergeschossige Überhöhung am östlichen Ende des Lärmschutzriegels sollte einen städtebaulichen Akzent setzen. Aufgrund dieser Vorgaben umfasste der im September 2009 ausgeschriebene Wettbewerb im Wesentlichen Grundrissplanung und Fassadengestaltung des Studentenwohnheimes, das nun in die Osthälfte des Riegels mit dem erwähnten „Turmbau“ und drei niedrigeren südlichen Querriegeln sowie in eines der Punkthäuser eingezogen ist. Ziel der Auslobung war es unter anderem, für die anspruchsvolle Bauaufgabe eine auch wirtschaftlich optimierte Lösung zu erhalten.

Bei der jetzt realisierten Fassadengestaltung kommt dennoch nicht das derzeit aus Kostengründen gerne gewählte Wärmedämmverbundsystem zum Einsatz. Andreas Hild, Dionys Ottl und Matthias Haber erheben vielmehr die Konstruktion des Gebäudes zum bestimmenden Element seiner Außenwirkung. Sie schlugen eine Sichtbetonfassade aus tragenden Sandwichelementen vor. Die dabei verwendeten Fertigteile garantieren Kosten- und Zeitersparnis bei gleichzeitig hochwertiger Ausführung. Der Baustoff des Gebäudes bestimmt also die Ästhetik der Fassade, die zugleich nicht schmucklos bleibt. Durch unterschiedliche Schalungsebenen entstanden vertikale und horizontale Streifen. Zusätzlich wurden Oberflächen mittels Sandstrahlverfahren unterschiedlich aufgeraut. Der Beton gewinnt durch dieses Verfahren eine textile Optik. Wer möchte, darf sich durchaus an Schottenkaro erinnert sehen… Ausgesteift ist das Gebäude durch Verguss der Fertigteile mit den anstehenden Wänden und Decken. Um den Fugenanteil zu reduzieren wurden die Fassadenfugen in die Mitte der Fenster gelegt. Durch Profilierungen werden sie als Gestaltungsthema besonders hervorgehoben. Die sichtbare Konstruktion wird somit zum Ornament überhöht.

Die massive Fassade bietet zugleich einen optimalen Schallschutz für das zwischen Straßen und Bahntrassen gelegene Gebäude. Diesen Aspekt berücksichtigen auch die Grundrisse: Auf der durch die Bahn stark lärmbelasteten Nordseite befinden sich keine Aufenthaltsräume. Diese sind durch den durchlaufenden Erschließungsgang und die Anordnung der Nebenräume von der Lärmbelastung abgewandt. Jedes der Einzel- oder Doppelapartments ist mit Individualraum, Küche und Sanitärzelle ausgestattet. Belichtet werden die Zimmer durch jeweils ein großes Fenster. Das Thema Authentizität und Ornament, das die Außenansicht des Gebäudes geprägt hatte, setzt sich bis ins Gebäudeinnere fort: Eine reduzierte Gestaltung thematisiert auch hier Baustoff und Konstruktion der robusten Fassaden. Weitere wichtige Aspekte des Entwurfs bilden die barrierefreie Erschließung und über die gesamte Gebäudegruppe verteilte Gemeinschaftsräume. Ein späterer Umbau der Wohneinheiten ist durch das Entfernen von leichten Trennwänden jederzeit möglich. Das Gebäude erfüllt die Kriterien zur KFW 70 Förderung und ist an die öffentliche Fernwärmeversorgung angebunden.