Pasticcio München

Projekttyp: Ausstellung
Bauherr: Architekturgalerie München
Architektur: Hild und K Architekten
Projektleitung: Sebastian Klich
Mitarbeit: Halil Aydogdu, Andrea Birth
Fotografie: Markus Lanz

Die Ausstellung Pasticcio München versammelt die Arbeiten sieben zeitgenössischer Büros verschiedener Generationen und Nationen in der Architekturgalerie München: BIQ (NL), Bovenbouw (Be), Caruso St John (GB) Hermann Czech (AT), Knapkiewicz Fickert (CH), Hild und K (DE) und Peter Märkli (CH). Die von Hild und K Architekten kuratierte Ausstellung basiert auf einem Beitrag des Londoner Büros Caruso St John Architects für die Architekturbiennale 2012 in Venedig.

Pasticcio (in der Musik ein längeres Musikstück oder eine Oper, zusammengesetzt aus Teilen verschiedener Herkunft) heißt ein Steinturm von Sir John Soane. Der Architekt des Regency komponierte ihn aus verschiedenen Fragmenten der klassischen Architektur, um ihn mit einer Spitze aus eigener Hand zu versehen. Dieses Werk, dessen Foto in der Ausstellung zu sehen war, war für Caruso St John der Leitstern, unter dem sie die Arbeiten der sieben europäischen Büros zusammengetragen haben.
Der gemeinsame “Spirit” der Beteiligten liegt – jenseits aller vorhandenen Unterschiede – in einem architektonischen Denken, das sowohl in der Moderne als auch in früheren Epochen wurzelt. Dies belegen ein spezieller Umgang mit Proportionen, Ornamenten und Typologien sowie ein besonderes Interesse an Innenräumen, an Farben und Bestandsgebäuden. Durch ihre Formensprache situieren sich die in der Ausstellung präsentierten Arbeiten innerhalb einer von Beginn an kontinuierlich fortgeschriebenen Architekturgeschichte.

Im Kontrast zu dem im Zuge der Globalisierung immer beliebiger ausfallenden Mainstream will Pasticcio München zeigen, wie kraftvoll und zugleich individuell die Rückbesinnung zeitgenössischer Architekten auf die gemeinsame europäische Baukultur ausfallen kann. Caruso St John verfolgten in Venedig ein eher traditionelles Ausstellungskonzept, das die Exponate entsprechend der jeweiligen Büros anordnete. In München erschweren Hild und K die Zuordnung der jeweiligen Projekte zu einem bestimmten Urheber. Das bunte Mischen der Fotos, Zeichnungen und Modelle betont die verbindenden Bezüge auf gemeinsame historische Wurzeln.