Parkhaus Riem

Projekttyp: Sonderbau
Projektstatus: Gebaut
Fertigstellung: 2002
Standort: München
Bauherr: Max Aicher, Autopark Riem GmbH
Architektur: Hild und K Architekten
Andreas Hild, Dionys Ottl
Projektleitung: Tom Thalhofer
Fotografie: Michael Heinrich

Aufgabe
Für die Stadterweiterung auf dem ehemaligen Flughafengelände der heutigen Messe Riem sollte ein Anwohner-Parkhaus errichtet werden. Im Zuge des sogenannten Parkraumkonzeptes Riem bekommen die Anwohner fest zugewiesene Parkplätze in verschiedenen in die Blockränder integrierten, oberirdischen Parkhäusern.

Bauherr
Die Firma Aicher erstellt und bewirtschaftet die Parkplätze des Parkraumkonzeptes in der Messestadt. Da Aicher-Bau über ein eigenes Fertigteilwerk verfügt, sollte das Parkhaus für 687 Stellplätze überwiegend aus Stahlbetonfertigteilen errichtet werden.

Realisierung
Das Gebäude ist als offenes Parkhaus im Sinne der Bauordnung konzipiert. Die städtebaulichen Randbedingungen erfordern, dass das Gebäude an zwei Seiten zum Teil komplett angebaut werden muss. Hieraus folgen sehr enge Rahmenbedingungen für die Belüftungsflächen und damit die Fassadengestaltung des Parkhauses. Die Struktur des Gebäudes besteht aus einem in Ortbetonbauweise errichteten Stützenraster mit Bodenplatten. Die Wandflächen und die Brüstungsteile sind als Fertigteile angeliefert worden.

Fassade
Um der starren Regelmäßigkeit der 14 immergleichen Ebenen entgegen zu wirken, wurde ein 15 m langes, 1,5 m hohes und 25 cm dickes Brüstungsteil entworfen. Das geschweifte Element bildet durch Kombination, Drehung und Spiegelung eine frei geschwungene Linie auf der Fassade. Auf diese Weise entsteht für jedes Stockwerk eine eigenständige, sich nicht wiederholende Brüstungswelle. Die Unregelmäßigkeit entsteht aus der Kombination regelmäßiger Elemente.

Innenräume
Die Ober- und Unterkante der Brüstungswellen bilden zusammen mit den Stützen einen Rahmen, der den Ausblick in die Umgebung fasst und somit nicht nur ein prägnantes Bild im Äußeren, sondern auch einen stark modulierten Innenraum, dessen Künstlichkeit zusammen mit der signalgelben Betonlasur den Ausblick über den Landschaftspark bis zu den Alpen kontrastiert.

Farbigkeit
Die unterschiedlichen Bauteile wurden in verschiedenen Betonfarben ausgeführt: Die Ortbetondecken sind aus naturgrauem Beton erstellt, die Fertigteile wurden mit einem hohen schwarzen Pigmentanteil versehen. Zur Erhöhung des Kontrastes wurden die Brüstungsteile in weißem Beton gefertigt. Eine intensive gelbe Lasur vereinheitlicht den Innenraum.

Imacon Color Scanner