Haus in Eichstätt

Projekttyp: Wohnungsbau
Projektstatus: Gebaut
Fertigstellung: 2002
Standort: Eichstätt
Bauherr: Andrea Lorz-Fröhle, Stephan Fröhle
Architektur: Hild und K Architekten
Andreas Hild, Dionys Ottl
Projektleitung: Dirk Bayer
Fotografie: Michael Heinrich

Aufgabe
Auf einem Hanggrundstück am Rande des barocken Eichstätt sollte ein Einfamilienhaus errichtet werden. Das Grundstück befindet sich am Westhang des Altmühltals mit Blick auf die gegenüberliegende Willibaldsburg, entlang einer steilen Abbruchkante des für die Region typischen Juragesteins.

Konstruktion
Das Gebäude ist in massiver Ziegelbauweise mit bis zu 42 cm dicken Wänden und mit einem begrünten Pultdach errichtet. Der verwendete reinweiße Edelputz ist fein abgerieben und unterstreicht so die expressive Volumetrie. Er lässt das Gebäude zu einer homogenen Einheit werden und verstärkt die perspektivische Wirkung. Der Einsatz desselben Putzes im Innenbereich erzeugt den Eindruck eines ganzheitlich bearbeiteten Volumens.

Struktur
Das Haus steht parallel zur Abbruchkante und reagiert so auf die Terrassierung des Geländes. Die langgestreckte Form des Baukörpers entwickelt sich parallel zum Felsen und blickt im Südwesten über dessen Kante. Der weiß verputzte Körper setzt sich von seiner Umgebung ab und ist das Ergebnis eines barock anmutenden Spiels mit der Perspektive: Die immer größer werdenden Fenster sind das Resultat einer zentrischen Streckung, die das Gebäude nach Süden hin verformt. Die Faschen und die leicht außermittigen Fensterteilungen verformen das Haus zu einem dreidimensionalen trompe-l’oeil. Ob es von Norden kürzer oder von Süden länger aussieht als es in Wirklichkeit ist – das Gebäude verschleiert beständig seine wahre Größe.

Innenräume
Auch im Inneren wird die Öffnung nach Süden betont. Ein zentraler Mittelgang zieht sich durch das ganze Haus und macht das Volumen zu jeder Zeit erlebbar. Im Inneren wird der sich ergebende Raum unterschiedlich genutzt: die eingeschossigen Privaträume im Osten werden immer höher, zum Teil mit einer zusätzlichen Galerie versehen. Im Bereich der großen Eingangshalle wechselt das Gebäude zu einer Zweigeschossigkeit, die sich mit einer Terrasse bzw. einem Balkon nach Süden öffnet. Die Fenster bieten gezielte Ausblicke auf die Silhouette der Burg und das Tal.

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