Container Fürstenfeldbruck

Projekttyp: Sonderbau
Projektstatus: Gebaut
Fertigstellung: 2010
Standort: Fürstenfeldbruck bei München
Bauherr: Freistaat Bayern vertreten durch
Staatliches Bauamt München 1
Architektur: Hild und K Architekten
Andreas Hild, Dionys Ottl
Projektleitung: Ina Fidorra

Im Jahr 2002 begannen Hild und K Architekten damit, das ehemalige Kloster Fürstenfeld umfangreich zu sanieren und zu modernisieren. Der Betrieb der Polizeifachhochschule, welche die barocke Anlage heute beherbergt, lief indessen weiter. Um den Unterricht auch während der weiteren Bauzeit zu gewährleisten, benötigte man ab Herbst 2010 ein provisorisches Seminargebäude. Den Gestaltungsspielraum für den temporären Anbau beschränkte ein enges Kostenbudget. So errichtete der Generalunternehmer einen einfachen Holzrahmenbau mit drei 8 x 12 m großen Raummodulen für jeweils 36 Studierende.

Die von Seiten des Bauherrn gewünschte Holzverkleidung dieser „Box“ setzten Hild und K Architekten mit einfachen Mitteln in Bezug zur umgebenden Bebauung. Den Container umhüllt eine Schaufassade aus Lärchenlamellen, die in ihrer Anordnung Fassadenelemente des Klosters wiederaufnehmen. Um die Fensteröffnungen herum sind die Hölzer enger gesetzt und abstrahieren so das Bild der barocken Fensterfaschen. Die Schlichtheit der Holzverkleidung und deren horizontale Ausrichtung nehmen zugleich Bezug auf den unmittelbar benachbarten langgestreckten jüngeren Erweiterungsbau aus den 1950er Jahren.

Das Gebäude soll – soweit dies einem Provisorium möglich ist – in Würde altern: Die derzeit rötliche, unbehandelte Holzverkleidung wird in naher Zukunft einen silbergrauen Ton annehmen und sich so den dahinterliegenden grau gestrichenen Sperrholzplatten farblich annähern, mit ihnen zur homogenen Form verschmelzen. In diesem von den Architekten intendierten Prozess spielt der temporäre Anbau einmal mehr auf die historische Dimension an, die das gesamte Projekt auszeichnet: Bei der Sanierung des ehemaligen Barockklosters Fürstenfeld geht es darum, neueste technische Standards bestandsverträglich zu realisieren, zwischen der Biographie des Gebäudes und seiner aktuellen Identität zu vermitteln. Als pars pro toto demonstriert auch das Provisorium diesen Anspruch; mit seiner Tendenz, sich dem Vorgefundenen in all seinen historischen Schichten anzunähern, ohne darüber den eigenen zeitgenössischen Charakter zu verleugnen.