Umspannwerk Schwabing

Im August 2017 ging das von Hild und K Architekten geplante neue „Umspannwerk Schwabing“ in Betrieb. Es versorgt den gesamten Stadtteil Schwabing mit Strom und ersetzt damit eine auf demselben Grundstück gelegene ältere Anlage. Der Neubau wurde bereits Ende 2016 fertiggestellt. Technische Fortschritte machen es möglich, dass dieser wesentlich kleiner ist als das frühere Werk. Damit wird mitten in der Stadt Bauplatz frei für Wohnungen und Büros.

Die Fassade thematisiert in ihrer rauen Anmutung die Eigenart des Zweckbaus: Der roh belassene, massive Ortbeton trägt die Spuren des Fertigungsprozesses offen zur Schau. Drei große Einbringöffnungen für Transformatoren bestimmen die Gliederung der Hauptfassade. Sie sind durch eine reversible Kupferblech-Verkleidung geschlossen. Das aufgrund seiner hohen Leitfähigkeit in der Stromversorgung unentbehrliche Material wurde auch für die Türen, die großformatigen Streckmetallgitter der Lüftungsöffnungen, für Verkleidungen, Absturz-sicherungen und Fallrohre verwendet. Die Analogie zur Funktion des Gebäudes liegt auf der Hand.

Von den Umwegen der Projektgeschichte zeugen die „Zinnen“, die die Fassade nach oben hin abschließen. In einem späteren Bauabschnitt soll eine Aufstockung des zweistöckigen Gebäudes durch zwei bis drei Büroetagen stattfinden. Andreas Hild, Dionys Ottl und Matthias Haber reagierten pragmatisch auf die Zurückstellung dieses ursprünglich bereits für den ersten Bauabschnitt vorgesehenen Vorhabens: Die Architekten beschnitten einfach die vorliegende Planung. Und da die vorgegebene Höhe im Bereich der späteren Bürofenster lag, hat das Haus vorläufig, bis zum Bau der weiteren Etagen, Zinnen. Das Projekt stellt die erste Realisierung eines bereits im Jahr 2006 für die Stadtwerke München entwickelten Prototyps dar, dessen Form an die spezifischen Anforderungen des Standorts angepasst wurde.