Landtagsgaststätte Maximilianeum

Am 10. November 2009 wurde der von Hild und K neu gestaltete Gastronomiebereich des Münchner Maximilianeums eingeweiht. 1874 nach Plänen von Friedrich Bürklein erbaut dient dieses Gebäude seit 1949 – mittlerweile mehrfach erweitert – als Sitz des Bayerischen Landtags. Die im Altbau gelegene Gaststätte war zuletzt in den frühen achtziger Jahren saniert worden und entsprach zeitgemäßen Ansprüchen weder in hygienischer noch in ästhetischer Hinsicht. Nach dem Umbau laden die vier Gasträume als repräsentativer Treffpunkt Abgeordnete und Besucher zum Verweilen ein und behaupten sich gleichzeitig als unverwechselbarer Bestandteil des bedeutenden Baudenkmals. Den historischen Bezug stellen Andreas Hild und Dionys Ottl über ein im Maximilianeum vorgefundenes florales Bürklein-Ornament her. Unterschiedlich interpretiert prägt dieses als Thema mit Variationen drei der vier individuellen Nutzungsbereiche.

Für den halbrunden Gartensaal entwarfen die Architekten eine umlaufende hölzerne Sitzbank, deren hohe Lehne das eingefräste historische Motiv schmückt. Eine neu gestaltete Theke erleichtert den Betriebsablauf im „Wirtshaus“ für Besuchergruppen. Über allem spannt sich eine abgehängte Akustikdecke, deren Lochmuster eine Reminiszenz an die bayerischen Rauten darstellt. Vom Gartensaal aus erschließt ein neuer zentraler Zugang den Maximilianssaal, wo die Bürklein-Ranken als Stuckrelief ausgeführt wurden. Als Wandschmuck prägen sie den festlichen Bewirtungsbereich für die Abgeordneten. Ebenfalls als Wandschmuck ist das Ornament im Bürkleinzimmer ausgeführt, hier allerdings als Malerei. Einer stark vergrößerten Licht-Projektion ähnelnd ist es an der Stirnseite des Raumes angebracht und hebt sich von der Restwand lediglich durch die hochglänzende Oberfläche des Farbauftrags ab. Hier wie auch im Garten- und Maximilianssaal wurde ein neuer Eichendielenboden mit Nussbaumfries verlegt.

Insgesamt orientieren sich Motive und Malereien – auch im Bayernzimmer, wo nur zurückhaltend in den Bestand eingegriffen werden sollte – an historischen Vorlagen. Die abgenutzten Möbel wurden durch neue, größtenteils von den Architekten exklusiv entworfene, ersetzt.