Wohnen und Arbeiten in den Isarauen

Auf dem Gelände des ehemaligen Thalkirchener Bahnhofs werden vier denkmalgeschützte Betriebsgebäude saniert und – unter Erhaltung der Fassaden – in zeitgemäße gehobene Bürogebäude mit Großraum- und Einzelbüros sowie Konferenzräumen umgewandelt. Die architektonischen Mittel orientieren sich dabei weitgehend am Bestand: So werden analog zum Stahltragwerk der bisher eingeschossigen Hallen Galerieetagen in Stahlbauweise eingezogen. Die so entstehenden neuen Räume unterstreichen die bereits vorhandenen Stärken der Altbauten mit ihren Segmentbogenfenstern und sichtbaren Fachwerkträgern. Der Klinker der Fassade wird in den im Gebäudeinnern zu errichtenden Trennwänden wiederaufgenommen. Weitere wichtige Materialien sind gedeckt bunte, nach alten Handwerkstechniken gefertigte Tonfliesen, lackierter Stahl und Holz.

Zur optimalen Ausleuchtung der bis zu 26,5 m tiefen Gebäude dienen neue Dachflächenfenster und Oberlichter. Sie stehen im Einklang mit der vorhanden Struktur und ermöglichen doch eine völlig neue, lichte und luftige Raumwirkung. Insgesamt zielt der Entwurf auf ein integratives harmonisches Miteinander von Alt und Neu, wobei er die ehemaligen Gebäudestrukturen spannungsreich interpretiert. Die im Rahmen der Sanierung geforderte energetische Ertüchtigung wird durch die partielle Erneuerung der Dachkonstruktion, des Bodenaufbaus und der Fenster sowie durch die Integration des heute geltenden haustechnischen Standards erreicht.

Auch die auf dem Gelände zu planenden Neubauten – ein Bürohaus und drei kleinere, die Betriebsbauten verbindende Gebäude – werden sich optisch ins Areal einfügen, ohne sich anzubiedern. Der Bebauungsplan sieht zusätzlich dazu auch die Umwandlung eines denkmalgeschützten ehemaligen Arbeiter-Wohnhauses in hochklassige Wohnungen vor.