Haus in Aggstall

Aufgabe
Anstelle eines heruntergekommenen Anwesens, das aus unterschiedlichsten Erweiterungen bestand, sollte ein Einfamilienhaus mit circa 300 qm Wohnfläche entstehen. Das Grundstück liegt im Außenbereich. Es war eine wesentliche Auflage der Genehmigungsbehörde, die ursprüngliche Firsthöhe und die Gebäudebreite und -länge gegenüber dem alten Haus nicht zu verändern. Um ein auf der Gartenseite im Obergeschoss gut belichtetes Haus zu erhalten, wurde die Firstlinie nach Süden verschoben. Dadurch war es möglich, bei gleichbleibender Firsthöhe zwei ausreichend hohe Geschosse zu bilden. Es entsteht ein asymmetrisches Satteldach, das mit seinem einseitigen Dachüberstand eine Anlehnung an Typologien sucht, die in der Region gebräuchlich sind.

Konstruktion
Das Gebäude ist ein Massivbau aus Hochlochziegeln mit einer geschäumten Vorsatzschale aus Vollziegeln. Alle Oberflächen der Innenräume wurden mit Gipsputz versehen. Die Massivbauweise setzt sich auch im Dach fort: Auf der geneigten Fertigteil-Ziegeldecke wurde ein hochgedämmtes, hinterlüftetes Dach ausgeführt. Für die Dacheindeckung wurden gebrauchte, naturbelassene Doppelfalzziegel verwendet. Ihre gelbliche Farbe entspricht dem Ton der geschlämmten Fassade.

Struktur
Im Grundriss besteht das Gebäude im Wesentlichen aus annähernd gleichwertigen Einzelräumen, die sich entlang der Erschließungszonen reihen. Das Haus steht auf einem umlaufenden Sockel aus Eichstätter Kalksandstein und teilt das Grundstück in eine Gartenseite und eine Eingangsseite mit Garage und Vorfahrtshof.

Außenhaut
Die Fassade ist eine Reflexion über die Unregelmäßigkeit und das Lichtspiel traditionell verputzter Mauerwerksflächen. Es sollte eine Oberfläche gefunden werden, welche die handwerklichen Zufälligkeiten geometrisiert und dadurch herstellbar macht. Die Fassade wurde mit einer korngelben Putzschlämme versehen, deren Farbe sich in Dach und Sockel wiederholt.