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Entwurf mit Rückgrat

Die Wettbewerbsabteilung von Hild und K kann sich über einen weiteren Erfolg freuen: Im geladenen städtebaulichen Planungswettbewerb “Güterbahnhof Obertürkheim“ wurde ein gemeinsam mit Studio Vulkan Landschaftsarchitektur verfasster Entwurf mit dem zweiten Preis ausgezeichnet.

Die Aurelis Real Estate Service GmbH beabsichtigt die Neuordnung und bauliche Entwicklung eines brachliegenden Areals südlich eines bestehenden S-Bahnhofs im Großraum Stuttgart. Mit der Auslobung begab sich das auf die Suche nach einem „Bebauungskonzept mit einer Nutzungsgliederung aus einerseits einem urbanen Mischgebiet mit Schwerpunkt Wohnen (…) und andererseits einem standortgerechten flexiblen Gewerbegebiet, welches unterschiedliche gewerbliche Nutzungsformen ermöglicht.“

Der preisgekrönte Entwurf von Hild und K und Studio Vulkan orientiert sich stark an der umgebenden Bestandsbebauung. So reagiert er mit der Setzung von Hochpunkten auf die Körnung der Umgebung. Die neuen Großformen behaupten sich gleichzeitig gegenüber dem lärmexponierten Kontext und schaffen optimale Aufenthaltsqualitäten im Inneren. Zugleich nimmt der Städtebau die gewachsenen Strukturen des Kontextes auf, der sich sozusagen schichtweise entlang des Neckars im Westen und der Bahngleise im Osten „angelagert“ hat. Entsprechend linear organisiert ist auch das neue Quartier. Die Adressbildung findet hier entlang des sogenannten Werkangers statt, der wie ein Rückgrat die gesamte Neubebauung verbindet. In seinem Süden befinden sich die Großformen der Büro-Hallen-Kombination, welche die industrielle Bestandsidentität des Ortes fortschreiben. Im Norden, wo die Wohnbebauung angesiedelt ist, bildet der Werksanger eine von Läden- und Atelierflächen gesäumte, autofreie und durchgrünte Gasse. In die als Shared-Space angelegte Mischverkehrsfläche sind große Grünflächen eingelassen. Sie nehmen das anfallende Regenwasser auf, strukturieren den Stadtraum und schaffen zu den Gebäuden hin geschützte und abgeschirmte Aufenthaltsräume. Als ein Teppich aus unterschiedlichen Materialien, Aktivitätsflächen und naturnah gestalteten Regenrückhaltebereichen strahlt der gemeinsame Anger industrielle Robustheit aus und ist zugleich kleinteilig genug für menschliche Maßstäbe.

Von der Umgebung her erschlossen wird das neue Quartier durch die Fortführung der Augsburger Straße, deren Einmündung zwischen den beiden unterschiedlich genutzten Bereichen zu liegen kommt. Am Erschließungspunkt bilden die Kopfbauten der Wohnbebauung und der Bürokopfbau des Parkhauses als Entrée das „Gesicht“ des Quartiers. Das Parkhaus derart zentral zu positionieren, ist eine städtebaulich unkonventionelle Entscheidung, die aber mehrere Vorteile mit sich bringt: Zum einen lässt sich damit eine Verkehrsberuhigung des gesamten Gebiets erreichen, zum anderen entsteht so direkt an dem den Wohn- und Gewerbebereich verbindenden Quartiersplatz ein zusätzliches Freiraumangebot: Die Dachfläche der Quartiersgarage ist über eine außenliegende Treppe und die innenliegende Aufzugsanlage allgemein zugänglich und bildet mit dem vorgesehenen Sportangebot einen besonderen, gemeinsam nutzbaren Baustein in einem insgesamt stark auf öffentliche und halböffentliche Freiräume setzenden Gesamtkonzept.

In ihrer Bewertung zeigte sich die Jury „insgesamt überzeugt (von) einer schlüssigen Idee für das neue Quartier am Bahnhof Obertürkheim“ und lobte den „robusten und klaren Städtebau, der sich sehr selbstverständlich aus dem stadträumlichen Kontext und den umgebenden Gebäudenutzungen ableitet“. In Gänze ist der Entwurf gemeinsam mit allen anderen Wettbewerbsbeiträgen noch bis zum Freitag, 6.5., im Bezirksrathaus Obertürkheim zu sehen.

Ausstellungsort: Bezirksrathaus Obertürkheim, Sitzungssaal 1. Obergeschoss, Augsburger Str. 659, 70329 Stuttgart

Ausstellungsdauer: Montag 02.05. bis Freitag 06.05.2022

Öffnungszeiten:
Montag 08:30 – 13:00
Dienstag 08:30 – 12:00 und 14:00 – 16:00
Mittwoch 08:30 – 13:00
Donnerstag 08:30 – 12:00 und 14:00 – 18:00
Freitag 08:30 – 13:00

Zutritt: mit einem Atemschutz mit FFP2-, KN 95- oder vergleichbarem Standard bzw. einer medizinischen Maske („OP?Maske“)