Archiv

20 + 5 = 26

…unter diesem etwas rätselhaften Motto hatten Andreas Hild, Dionys Ottl und Matthias Haber am 13. September auf die Baustelle im Münchener Werksviertel geladen. Mit freundlicher Unterstützung der Bauleitung baubar und den Mitarbeitern der Fritz Eichbauer Bauunternehmung war der Rohbau für diesen Abend in einen Festsaal verwandelt worden.

Bald füllte sich das Erdgeschoss des künftigen Hotels „Werk 17“ mit Gästen.

Man aß und trank und amüsierte sich, doch immer noch blieb manchem der eigentliche Anlass für die Einladung unklar.

Aufklärung erfolgte mit der Ansprache der Partner Andreas Hild, Dionys Ottl und Matthias Haber, die nicht nur alten und aktuellen Bauherrn, Mitarbeitern und Projektpartnern dankten, sondern auch das Zahlenrätsel auflösten: 20 Jahre sind vergangen, seit Dionys Ottl gemeinsam mit Andreas Hild die Führung des seither als Hild und K firmierenden Büros übernommen hat. Vor 5 Jahren wurde dann die Berliner Niederlassung gegründet. Die dortigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermöglichten zunächst die Realisierung des Großprojekts „Bikini Berlin“ und betreuen seither verschiedene Bauvorhaben quer durch die Republik. Dies alles, wie auch die Erweiterung des Führungsteams durch den „dritten Mann“, Matthias Haber, wäre völlig undenkbar ohne ein Ereignis, das nunmehr 26 Jahre zurück liegt: 1992 hatte Andreas Hild gemeinsam mit dem früh verstorbenen Tillmann Kaltwasser die „Urzelle“ des Büros gegründet, Hild und Kaltwasser Architekten.

Ein dreifaches Jubiläum also war an diesem Abend zu begehen. Nachdem das geklärt war, konnte endlich auch der Laudator zur Tat schreiten. Der Jurist und Philosoph Dr. Tassilo Eichberger, ein langjähriger Freund des Büros, hatte sich vorgenommen zu überprüfen, „ob wir es bei Hild und K überhaupt mit Architektur zu tun haben“. Seine Recherche führte ihn quer durch die Geschichte der Architekturphilosophie, von Vitruv über Leon Battista Alberti und John Ruskin bis hin zu Michel Houellebecq. Der Redner kam zu dem Schluss, die Arbeit von Hild und K ließe sich durchaus als ein Versuch verstehen, „eben doch etwas zu tun, von dem auch Ruskin gesagt hätte, ‚that is architecture‘. (…) Dafür kann man sie also gewiss ‚ehren und preisen‘, wie Alberti sagte.“

Erleichterung machte sich breit. Und so wurde das Jubiläumsfest im Rohbau weitergefeiert, als sich draußen schon längst die Nacht über das Werksviertel gelegt hatte…