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„Wie wollen wir wohnen?“

Dieser Frage widmet sich ganz explizit der Deutsche Werkbund Berlin mit seinem Projekt WerkBundStadt. 33 namhafte Architekturbüros entwickeln und gestalten gemeinschaftlich ein neues Stadtquartier in Berlin-Charlottenburg. Die Bebauung des ehemaligen Tanklagers an der Spree steht in der Tradition früherer Werkbundsiedlungen, die längst als Wegmarken der Architekturgeschichte gelten. Zugleich findet mit der Konzeption eines „innerstädtischen, dichten, sozial und funktional gemischten Quartiers zum Leben, Wohnen und Arbeiten“ eine Neuorientierung statt; von der bloßen Siedlung hin zur Stadt.

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Aus Anlass des Deutschen Werkbundtages wurden in Berlin vom 23. bis 25. September 2016 die Entwürfe der teilnehmenden Büros präsentiert, darunter auch „Haus 39“ von Hild und K Architekten. Dieses Gebäude bildet an der Nordseite des Bebauungsgrundstücks eine Ecke der Haupterschließungsstraße aus. Durch eine massive, repräsentative Klinkerfassade, deren Gliederung der Logik des Binderverbandes folgt, entsteht ein Haus, das diesen Platz selbstbewusst vertritt.

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Die Kanten der Lisenen, der Fensterlaibungen, der Hausecken und der Dachabschlüsse werden mit Formsteinen akzentuiert, um ein feineres, weicheres Element in die hart gegliederte Fassade zu bringen.

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Die Wohnungen funktionieren nach relativ einfachen Regeln. Man betritt sie durch eine großzügige Diele, von dort werden alle Räume erschlossen. Jede Küche liegt an der Fassade und hat eine ihr zugeordnete Freifläche, als Gartenersatz. Die Wohnbereiche sind etwas privater hinter den Freibereichen ins Innere des Grundrisses gerückt.

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In seinem Redebeitrag zum Werkbundtag knüpfte Andreas Hild an den Vorbildcharakter des Projekts an: „Der Werkbund muss eine Werkbundstadt als eine besondere Stadt verstehen. ‚Besonders‘ meint natürlich besonders gut… ‚Besonders‘ meint besonders solide, meint besonders modern. Und: besonders schön.“ Schönheit im städtebaulichen Sinne sei – so Hild – unter anderem bedingt durch eine gewisse Einheitlichkeit der einzelnen Gebäude, durch eine gemeinsame Leitidee der Entwerfer. Im Falle der WerkBundStadt sei diese Gemeinsamkeit in einem manchmal mühsamen Diskussionsprozess erreicht worden. Gerade auch dieser Vereinbarungscharakter lasse das Projekt zum Vorbild werden: „Vereinbarung ist der Versuch, gemeinsam zu einem besseren Ergebnis zu kommen als alleine.  Wie solche Vereinbarungen aussehen könnten, wie sie getroffen werden, wie sie verhandelt werden auf Weg zu einer guten Stadt – auch zu diesen Fragen leistet die Werkbundstadt einen Beitrag.“

Weitere Informationen finden Sie unter: www.werkbundstadt.berlin