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Daumen hoch!

Zwei “Stadthäuser” in der Münchner Hildegardstraße werden nun entsprechend eines Entwurfs des Büros Hild und K gebaut. Die Stadtgestaltungskommission der Landeshauptstadt München hat dem Bauherren WÖHR + BAUER in der Sitzung am 27.01.2015 grünes Licht gegeben und den Antrag auf Erlass des vorhabenbezogenen Bebauungsplans empfohlen. Die Idee eines harmonischen Miteinanders historischer Bauformen zeichnet die geplante Erweiterung des Hotels Mandarin Oriental mit Wohnungen, Gastronomie und Geschäften innerhalb der Münchner Altstadt aus. Das Projekt formuliert zwei charaktervoll geformte Baukörper, die im Zusammenspiel mit dem unregelmäßigen Zuschnitt des Grundstücks im Stadtgefüge deutlich orthogonal lesbare Fassaden ausbilden.

Sanft geneigte Dächer erlauben es, die vorgesehenen Abstandsflächen einzuhalten und integrieren sich zugleich in die Dachlandschaft der umgebenden Bebauung. Diese „fünften Fassaden“ betonen die individuelle Ausformung der Baukörper und vermeiden eine Vielzahl an Gauben, indem sie die darunterliegenden Räume über große Dachflächenfenster beleuchten. Zugleich werden durch ein ‘Anschneiden’ der unregelmäßigen Volumen Giebel und Ecksituationen erzeugt, die auf die unterschiedlichen städtischen Gegebenheiten am Rande des Standorts reagieren. So entstehen charakteristische Bilder für Nutzung und Maßstäblichkeit der jeweiligen Situation.

Entsprechend der architektonischen Identität der umgebenden Bebauung erhalten die Häuser Lochfassaden mit mineralischen Oberflächen. Diese Materialität fasst die beiden Gebäude optisch zusammen, bietet aber auch Möglichkeiten einer feinen Differenzierung, via Relief oder Farbnuancen. Wie man es aus der Altstadt kennt, trennt ein schmales Vordach das Erdgeschoss mit seinen Ladenflächen von darüber liegenden Etagen. Das Wohnen wird ebenfalls durch eine Art Gesims von der übrigen Nutzung getrennt, private Freibereiche werden durch angegliederte Loggien formuliert. Dachgärten, welche durch „Einschnitte“ in die Baukörper entstehen, ergänzen das Freiraumangebot. So werden die unterschiedlichen Nutzungen mittels einer einheitlichen Architektursprache fein ausdifferenziert.